Sommercamp im Reimer Center

Der Sommer ist die Zeit der Ferienlager — besondere Orte für Kinder und Jugendliche, an denen sie Freunde finden, etwas Nützliches lernen, wichtige Wahrheiten entdecken und einfach dem Alltag entfliehen können. Lager schaffen Erinnerungen, die ein Leben lang halten, und gerade in der heutigen Realität sind sie besonders wertvoll und notwendig.

In diesem Sommer organisierte das Team des Raimer‑Zentrums im Herzen von Saporischschja ein christliches Kinderlager mit dem Namen „Timeline“, an dem über 70 Kinder teilnahmen. Trotz der Kriegsherausforderungen wurde dieser Ort zu einer Insel des Friedens, der Freude und der Sicherheit für lokale Familien. Saporischschja liegt in der Nähe der Front. Sirenen, Nachrichten von der Front, Sorge um die Angehörigen — das ist die tägliche Realität. Einige teilnehmende Kinder stammen aus Familien, in denen Eltern oder ältere Brüder im Krieg sind. Für sie war es besonders wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie sich sicher, geborgen und kindlich unbeschwert fühlen konnten.

„Wir haben gemeinsam mit den Kindern gebetet, dass Gott uns beschützen möge. Und er hat geantwortet: Während der gesamten Lagerzeit gab es keine einzige gefährliche Situation“, erzählt Olha, eine der Organisatorinnen. Dieser Umstand wurde für das gesamte Team und die Kinder zum Zeichen göttlicher Fürsorge: Auch in einer Stadt, in der der Krieg ganz nah ist, ist Platz für Freude und Frieden.

Neben dem Raimer‑Zentrum herrschte morgens reges Treiben: Ein paar Kinder spielten draußen Ball, andere standen Schlange, um auf das Trampolin zu springen, wieder andere spielten Tischtennis oder Fußball, und die Mädchen tuschelten auf den Sofas, während sie auf den Beginn des Programms warteten. So sah ein ganz normaler Morgen im „Timeline“-Sommerlager aus.

Im Verlauf des Lagers lernten die Kinder die Geschichte der Menschheit kennen: die Schöpfung, den fatalen Fehler, der unwiderrufliche Veränderungen in die Welt brachte; sie erfuhren von den Geboten — so gut sie auch sind, kann niemand sie vollständig befolgen, weil alle der Sünde unterliegen; und sie hörten vom Kommen Jesu als besondere Tat der Barmherzigkeit an die Menschen, die sich selbst nicht retten können. Außerdem lernten sie, wie dieses Wissen ihr Leben und ihre persönliche Geschichte sowie die Menschen um sie herum verändern kann.

Ein neunjähriges Mädchen war besonders beeindruckt vom veränderten Leben des Apostels Paulus. Als die Lehrerin von Saulus und später Paulus erzählte, fragte sie: „Was haben die beiden gemeinsam?“ Sie war verblüfft. Umso größer war ihr Erstaunen, als sie erfuhr, dass es dieselbe Person ist, die durch die Begegnung mit Christus verwandelt wurde. Für viele wurden biblische Geschichten zur Erinnerung: Auch in den dunkelsten Zeiten gibt es Licht, das das Herz verändert.

Das Lager dauerte fünf Tage. Viele Kinder waren zum ersten Mal im Raimer‑Zentrum. Besonders zahlreich waren die Jugendlichen — das zeigte, wie sehr sie Gemeinschaft, Freunde, Akzeptanz und einen sicheren Ort brauchen. Sie fanden schnell Freund*innen, Unterstützung und spürten: Sie sind nicht allein.

„Mir geht es hier so gut! Ich komme morgen nochmal ins Lager“, sagte die 13‑jährige Liza, als sie am Abend des zweiten Tags ins Zentrum zu ihren Freundinnen kam. Liza kannte das Programm noch nicht, wusste noch nicht, worüber gesprochen wurde, aber allein durch das Sitzen auf dem Sofa im Zentrum unter Freund:innen, durch die Atmosphäre und das Miteinander, wollte sie dazugehören. Sie kam an den folgenden Tagen sogar vor Programmbeginn, fand schnell Anschluss bei den anderen Kindern. Solche Beziehungen, die auch nach Programmende fortbestehen — und das Zentrum als Ort, wo Kinder und Jugendliche sein wollen — sind für das Team von großer Bedeutung.

Das Programm war umfassend und abwechslungsreich. Besonders gefielen den Kindern die Tage, an denen das Lager in Jungen- und Mädchengruppen eingeteilt wurde. Jede Gruppe hatte ihre besondere Aktivität: Die Mädchen nahmen an einem Tiramisu‑Backkurs teil (ein Dessert, das sie besonders gerne mögen), ließen sich flechten, frisierten und sprachen über Selbstfürsorge. Das war ein spezieller Raum nur für Mädchen.

Die Jungen dagegen hatten einen echten „Männerclub“. Sie setzten sich mit dem Aufbau von Motorrädern und Autos auseinander. Und welche Begeisterung herrschte, als sie danach einen Schutzhelm aufsetzen durften, auf den Soziussitz eines Sportmotorrads gesetzt wurden und ein wenig um das Zentrum herumfuhren. „Ich hab’s geschafft, die Maschine zu starten!“ berichtete 12‑jähriger Sava mit unverhohlener Begeisterung über sein erstes Erlebnis. An einem anderen Tag arbeiteten die Jungen in einer Holzwerkstatt mit verschiedenen Werkzeugen.

„Sie durften etwas erleben, das sie als künftige Männer lernen sollten: den Umgang mit Werkzeugen, um Haushaltsaufgaben zu bewältigen — damit sie selbst klarkommen können“, erklärte Olya Myholska (am 25. August 2025 um 20:26 Uhr). Diese Momente vermittelten den Kindern ein Gefühl von Kreativität und Erfolg, das lange anhalten wird.

Eine wichtige Besonderheit des Lagers war die Einbindung neuer Jugendlicher als Helfer:innen. Für diese war es die erste Erfahrung von Verantwortung und Dienst.

„Sie brannten dafür, zu helfen, entwickelten Ideen, zeigten Initiative. Es bedeutete ihnen viel, dass wir ihnen vertraut haben“, sagen die Leitenden des Lagers. Und 14‑jährige Eva, die erstmals als Helferin eingeladen wurde, teilte: „Ich bin sehr dankbar, dass ich als Helferin eingeladen wurde, dass ich mich entfalten kann, dass ich dienen kann. Es bedeutet mir viel, dass ich hilfreich und gebraucht sein kann.“ Eva hat Christus als ihre Retterin angenommen und möchte Teil des Teams sein. Sie und die anderen Helfer:innen — Ksyusha, Kira, Tymofiy, Nastya — hatten die Möglichkeit, den Wert des Dienens zu erfahren. Sie waren müde, schliefen schlecht, hatten Schwierigkeiten, machten Fehler — aber sie gingen ihren Weg engagiert zu Ende. „Ich sehe die Emotionen der Kinder. Sie sind echt. Den Kindern gefällt es hier wirklich“, kommentierte Artur, in dem Bewusstsein, dass diese Menschen es sind, denen die Jugendlichen gekommen sind zu dienen.

Das „Timeline“-Lager wurde für die Kinder nicht nur ein Sommerabenteuer, sondern ein wichtiger Schritt zu neuen Beziehungen, Erfahrungen und Entdeckungen. Und damit ist es nicht beendet. Das Team des Raimer‑Zentrums plant, weiter mit Kindern und Jugendlichen in Clubs zu arbeiten — Räume für Begegnung, Talentförderung, Lernen und geistliches Wachstum zu schaffen. Denn gerade in wöchentlichen Treffen, in Freundschaft und Gemeinschaft entsteht eine Generation, die liebt, dient und in herausfordernden Zeiten Licht sein kann.

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