



Im Reimer Center fand erneut die „Schule ohne Wände“ statt — eine Initiative, die bereits zur Tradition geworden ist und junge Menschen für Gemeinschaft, Lernen und geistliches Wachstum zusammenbringt. Dieses Mal nahmen etwa zwanzig Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Ukraine teil. Die Atmosphäre war warm und ungezwungen: Einige spielten Gitarre, andere halfen mit Kaffee, während die meisten auf den Beginn der Diskussion warteten — über ein Thema, das jeden berührte: die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen.
Der Leiter erinnerte daran, dass diese beiden Arten der Liebe untrennbar miteinander verbunden sind. Es ist unmöglich, Gott wirklich zu lieben, ohne den Menschen Liebe zu zeigen, und ebenso unmöglich, Menschen aufrichtig zu lieben, ohne Kraft aus der Liebe Gottes zu schöpfen. Die Diskussion war tief und ehrlich. Die jungen Leute teilten ihre Gedanken, persönlichen Geschichten und sogar ihre Zweifel.
„Ich habe dieses Thema ganz neu empfunden“, sagte Sascha, einer der Teilnehmer. „Früher dachte ich, die Liebe zu Gott sei etwas Fernes und Kompliziertes. Aber heute habe ich verstanden, dass sie sich in einfachen Dingen zeigt: in Dankbarkeit, in Vergebung, in einem freundlichen Wort zum Nächsten.“ Seine Worte fanden bei vielen Anklang — einige lächelten leise, andere nickten zustimmend.
Ksenia fügte hinzu: „Gefühle gegenüber Gott sind nicht die Grundlage, aber sie sind wichtig. Ohne Gefühle wird alles formal. Wir können lesen, beten, dienen — doch wenn das Herz kalt ist, leben wir wie ohne Seele.“ Ihre Worte führten zu einem kurzen Schweigen — als würde jeder in sich selbst hineinschauen.
Dann sagte Serhij: „Aber um etwas für Gott zu empfinden, müssen wir an uns arbeiten und die Sünde meiden. Die Sünde verschließt das Herz und macht es gleichgültig. Wir können nicht erwarten, dass Liebe einfach kommt — sie muss gepflegt werden.“
Am Ende des Treffens beteten alle gemeinsam und blieben noch lange zusammen. Einige teilten ihre Eindrücke, andere machten Fotos, während wieder andere still saßen und in das Licht der Kerzen blickten. Diese „Schule ohne Wände“ erinnerte einmal mehr daran: Wahre Liebe entsteht nicht in der Theorie, sondern in lebendigen Beziehungen — zu Gott, zu den Menschen und zu sich selbst.
Für viele wurde dieser Abend zu einem Moment des Nachdenkens. Wie ein Teilnehmer am Ende sagte: „Gott zu lieben bedeutet, jeden Tag das Gute zu wählen, auch wenn es niemand sieht.“




