



In der Stadt Saporischschja, die heute unter der ständigen Bedrohung russischer Angriffe lebt, kommt das Leben der Gemeinschaft nicht zum Stillstand. Trotz Sirenen, beunruhigender Nachrichten und schlafloser Nächte geht der Dienst weiter. In diesem Kontext fand im Reimer Center ein Treffen der „Schule ohne Wände“ statt, zu dem etwa 20 junge Menschen zusammenkamen. Es war ein warmes und zugleich tiefgehendes Treffen voller Bedeutung und lebendiger Gedanken.
Das Hauptthema des Treffens war Evangelisation – jedoch nicht im üblichen, stereotypen Sinne. Die Jugendlichen sprachen darüber, dass Evangelisation einen kreativen Ansatz braucht. Nicht mechanisch, nicht formal, nicht einfach „weil man es so machen muss“, sondern mit einem Verständnis für die Zeit, den Kontext und das Herz des Menschen. Es wurde darüber gesprochen, wie wichtig es ist, weiter zu denken, neue Wege, neue Worte und neue Möglichkeiten zu finden, ein Gespräch zu beginnen. Die Welt verändert sich, und auch der Ansatz muss lebendig, flexibel und durchdacht bleiben.
Die Teilnehmer teilten die Gedanken, dass Kreativität in der Evangelisation nicht unbedingt eine Bühne oder ein Mikrofon bedeutet. Es ist die Fähigkeit, die Bedürfnisse eines bestimmten Menschen zu sehen und den richtigen Schlüssel zu seinem Herzen zu finden. Es ist die Fähigkeit zuzuhören, Fragen zu stellen und Vertrauen aufzubauen. Es ist der Mut, über gewohnte Formen hinauszugehen und keine Angst zu haben, neue Wege auszuprobieren. Einige sprachen über persönliche Gespräche, andere über ungewöhnliche Initiativen, doch der zentrale Gedanke war klar: Evangelisation kann keine Kopie sein – sie muss lebendig sein.
Die Atmosphäre des Treffens war besonders. Es fühlte sich nicht wie ein Vortrag oder trockene Theorie an. Es war ein Dialog. Es gab viel Offenheit, ehrliche Reaktionen, Lachen und auch ernsthafte Gedanken. „Es war irgendwie sehr lebendig“, sagte eine der Teilnehmerinnen nach dem Treffen. Und tatsächlich war spürbar, dass das Thema jeden berührt hatte.
Heute, da Saporischschja weiterhin unter dem Druck des Krieges steht, ist es besonders wichtig, über Hoffnung zu sprechen. Nicht auf „bessere Zeiten“ zu warten, sondern jetzt zu handeln. Dieses Treffen hat gezeigt, dass die Jugend nicht passiv bleiben möchte. Sie denken, suchen, lernen und wollen ein Licht dort sein, wo Dunkelheit ist. Und solange diese Entschlossenheit in ihren Herzen lebt, wird die Botschaft des Evangeliums weitergegeben werden – kreativ, mutig und wirklich lebendig.




