


Im Reimer Center fand ein weiteres Treffen der Schule ohne Mauern statt — ein Raum, in dem junge Menschen nicht nur zusammenkommen, um zu lernen, sondern auch, um tief über Glauben, Leben und ihren inneren Zustand vor Gott nachzudenken. Es ist ein Ort, an dem man schwierige Fragen stellen kann, ehrlich mit sich selbst sein darf und keine Angst vor der Stille haben muss.
Dieses Mal versammelten sich rund 20 junge Menschen, die der gemeinsame Wunsch verband, zu verstehen, was wahre Anbetung bedeutet und wie sie sich nicht nur in Worten, sondern auch in alltäglichen Entscheidungen zeigt. Das Hauptthema des Treffens war die Anbetung Gottes und ein demütiges Herz. Gemeinsam sprachen die Teilnehmenden darüber, dass Anbetung weit mehr ist als Musik oder das Singen von Liedern. Sie ist nicht nur ein Moment im Raum oder während eines Treffens, sondern ein Lebensstil — ein innerer Zustand des Menschen und die Bereitschaft, Gott auch dann zu vertrauen, wenn es keine Sicherheit gibt.
Die Jugendlichen reflektierten darüber, dass Demut keine Schwäche ist, sondern ein ehrliches Anerkennen der eigenen Bedürftigkeit vor Gott und die Fähigkeit, sich nicht nur auf die eigene Kraft zu verlassen. Während der Gespräche wurde ein Gedanke besonders deutlich, der viele berührte: Es ist unmöglich, Gott nur äußerlich oder formell anzubeten, ohne Ihm zu erlauben, das Herz zu berühren. Wahre Anbetung beginnt dort, wo ein Mensch bereit ist, sich zu verändern, Kontrolle loszulassen und auch im Schmerz, im Verlust und in der Unsicherheit zu vertrauen.
Für junge Menschen, die unter den Bedingungen des Krieges aufwachsen, haben diese Gedanken eine besondere Tiefe und Bedeutung. Eine besondere Rolle bei dem Treffen spielte der Lehrer Denis. Er half den Teilnehmenden nicht nur, über Anbetung zu sprechen, sondern sie auch praktisch zu erleben. Durch gemeinsames Singen, einfache Melodien und ehrliche Worte lernten die Jugendlichen, ihre Herzen ohne Masken und ohne Angst vor Gott zu öffnen.
Es war eine Zeit, in der man sich nicht beeilen, nichts beweisen und keine inneren Kämpfe verstecken musste. Für viele wurde es zu einem Moment innerer Stille — einer Pause inmitten der ständigen Anspannung des Kriegsalltags. Trotz der Nähe zur Frontlinie, regelmäßiger Luftalarme und eines anhaltenden Gefühls von Gefahr fand das Treffen in einer Atmosphäre von Frieden, Einheit und Dankbarkeit statt.
Der Krieg versucht täglich, den Menschen Freude, Stabilität und Hoffnung zu rauben, doch gerade solche Treffen werden zu wichtigen Haltpunkten. Die jungen Menschen teilten ihre Gedanken, hörten einander zu, unterstützten sich gegenseitig und fanden gemeinsam die Kraft, Gott für das zu danken, was sie heute haben.
„Trotz der Nähe zur Frontlinie und anderer Bedrohungen des Krieges haben wir gelernt, Gott anzubeten und Ihm für alles zu danken, was wir heute haben“, teilte Serhii, einer der Leiter der Schule ohne Mauern, mit.
Diese Worte wurden zu einer Zusammenfassung des Treffens und zugleich zu einer Erinnerung an die tägliche Entscheidung dieser Jugendlichen — der Angst nicht zu erlauben, ihr Herz zu bestimmen. Dieses Treffen zeigte erneut, dass die Schule ohne Mauern nicht von einem Format, einem Gebäude oder einem Programm lebt. Es geht um Menschen, die sich unter schwierigen Bedingungen bewusst dafür entscheiden, Gott ehrlich und offen zu suchen. Das Reimer Center bleibt ein Ort, an dem junge Menschen geistlich wachsen, Sinn, Unterstützung und Hoffnung für den morgigen Tag finden können — selbst inmitten großer Unsicherheit.




