Mutterschaft im Schatten des Verlustes

Jeden Mai feiern die Ukrainer den Muttertag – ein internationaler Feiertag, an dem mütterliche Liebe, Fürsorge und Aufopferung gewürdigt werden. Doch der Krieg, der bereits Tausende junger Männer und Frauen das Leben gekostet hat, hat diesen Tag für viele in einen Tag des Schmerzes verwandelt. Für manche Mütter wird dieser Tag nie wieder freudvoll sein – sie werden die Glückwünsche ihrer Kinder nicht mehr hören, sie nicht mehr umarmen können, denn ein solches Wiedersehen wird es nicht mehr geben. Nie.

Dank der Partnerschaft der NGO „Raymer Center“, der Stiftung „Pereval“ und der NGO „Harne Misto“ fand eine besondere Veranstaltung für Mütter statt, deren Söhne im Krieg gefallen sind. Über 50 Menschen, die einen Verlust erlebt haben, versammelten sich im Saal des Raymer Centers. Draußen regnete es – der Regen unterstrich die ernste, emotionale Atmosphäre voller Erinnerungen und Schmerz.

Wiktor, ein Freiwilliger der Stiftung „Pereval“, wandte sich mit Dankesworten an die Mütter:
„Wir denken an Sie. Wir denken daran, dass es so wunderbare Mütter gibt, die großartige Söhne und Töchter erzogen haben. Sie haben ihr Leben gegeben, damit wir heute hier sein und in Frieden leben können. Und wir möchten nicht nur mit Worten danken – wir wollen Ihnen echte Ehre erweisen.“

Pastor Andrij von einer Kirche in Saporischschja lenkte die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf Jesus Christus, der den Tod erlitten hat, um den Menschen Hoffnung zu schenken. Wahre Worte des Trostes sind schwer zu finden, wenn es um Verlust geht. Aber Gott ist die Quelle tiefen Trostes – Er versteht den Schmerz jedes Herzens.

Im zweiten Teil der Veranstaltung traten Schüler und Lehrer der Musikschule Berdjansk auf. Obwohl Berdjansk derzeit besetzt ist, funktioniert in Saporischschja eine Zweigstelle der Schule, in der die Kinder weiterhin lernen. Sie sangen berührende Lieder über Mütter, während Lehrer ukrainische Volksmelodien auf dem Saxophon und dem Klavier spielten. Im Saal herrschte Stille – die Frauen hörten aufmerksam zu und wischten sich Tränen aus den Augen.

Nach dem offiziellen Teil ging die Begegnung im informellen Rahmen weiter. Die Mütter füllten Fragebögen zu den Herausforderungen aus, denen sie sich stellen müssen, und wie Freiwillige sie unterstützen könnten. Die Freiwilligen möchten diesen Frauen und ihren Familien weiterhin beistehen und praktische Hilfe leisten, um ihre Last ein wenig zu lindern.

Es war eine besondere Veranstaltung, die Feierlichkeit mit der tiefen Trauer von Müttern verband, deren Söhne bereits ihr Leben für das Land und für jeden von uns gegeben haben. „Mit solchen Menschen muss man weinen“, kommentierte eine Teilnehmerin schlicht. Menschen im Trauerprozess zu dienen, ist nie einfach. Doch heute ist der Verlust ein Teil des Lebens. Wir müssen da sein!

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