





Im Reimer Center fand gemeinsam mit der Gemeinde „Licht des Lebens“ ein besonderer Workshop für Jungen und Mädchen statt — eine Veranstaltung, die Kreativität, handwerkliche Arbeit und aufrichtige Fürsorge für Kinder vereinte, die in schwierigen Zeiten aufwachsen. Die Veranstaltung brachte Kinder unterschiedlichen Alters zusammen, die nicht nur etwas basteln, sondern sich auch als Teil einer freundlichen, unterstützenden Gemeinschaft fühlen wollten. Das Ziel war einfach, aber tiefgründig: ihnen die Möglichkeit zu geben, etwas mit eigenen Händen zu schaffen, Neues zu lernen und wenigstens für einige Stunden in eine Atmosphäre von Wärme und Stabilität einzutauchen.
Die Jungen arbeiteten mit Naturholz: sie sägten Bretter, schliffen sie mit Schleifpapier ab, hämmerten Nägel ein, passten die Teile an, klebten und glätteten die Oberflächen. So entstanden hölzerne Untersetzer für Tassen und Teekannen. Für viele war es das erste Mal, echte Werkzeuge zu benutzen — eine Gelegenheit, sich erwachsener, stärker und fähiger zu fühlen. Die Leiter halfen geduldig, lehrten Genauigkeit und Ausdauer, und die Jungen sahen mit Stolz auf ihre fertigen Arbeiten.
Unter ihnen war Andrij — ein ruhiger, zurückhaltender Junge, der sehr gewissenhaft an seinem Untersetzer arbeitete. Auf die Frage, wofür er ihn brauche, antwortete er schlicht und ehrlich: „Ich werde heißen Tee trinken, wenn der Strom abgeschaltet wird.“ In diesen Worten liegen sowohl kindliche Ehrlichkeit als auch die schmerzhafte Wahrheit der Gegenwart. Kinder wachsen mitten im Krieg auf, in einer Realität, in der Stromausfälle und Sirenen zum Alltag geworden sind. Solche Momente erinnern daran, wie wichtig es ist, ihnen kleine Inseln einer normalen Kindheit zu schaffen.
Während die Jungen mit Holz arbeiteten, gab es für die Mädchen eine eigene kreative Zone — einen Raum für Papierbasteleien und Zeichnungen. Auf den Tischen lagen bunte Blätter, Scheren, Kleber, Bänder, Marker und Dekoelemente. Die Mädchen zeichneten, schnitten Formen aus, machten Collagen und kleine Kunstwerke. Für sie war es nicht nur eine Beschäftigung — es war ein Weg, sich selbst auszudrücken, ihre Gefühle, Träume und Gedanken sichtbar zu machen.
Jedes Werk war einzigartig. Einige gestalteten farbenfrohe Blumenkompositionen, andere schnitten Alltagsszenen aus Papier aus, wieder andere kombinierten Farben frei nach ihrer Fantasie. Die Freiwilligen halfen, ohne einzugreifen — die Mädchen wählten Formen, Farben und Motive selbst. Darin lag etwas sehr Wertvolles: ein Moment, in dem ein Kind ohne Angst und Anspannung seine eigene kleine Welt erschaffen kann.
Einige Mädchen bastelten Grußkarten für ihre Mütter oder Freundinnen, andere machten Dekorationen für ihr Zimmer. Ein Mädchen schnitt lange den Umriss eines Hauses mit kleinen Fenstern aus — ein stiller Wunsch nach einem Zuhause ohne Zerstörung, ohne Sirenen. Die Kreativität gab ihnen die Möglichkeit, das auszudrücken, was man nicht immer in Worte fassen kann.
Solche Aktivitäten sind wichtig, nicht nur weil sie Neues lehren. Sie heilen. Sie geben innere Stärke. Sie lassen die Kinder spüren, dass das Leben bunt und warm bleiben kann — selbst wenn draußen Alarm oder Dunkelheit herrscht.
Die Leiter und Freiwilligen des Reimer Centers und der Gemeinde „Licht des Lebens“ verstehen gut, wie schwierig die Realität für diese Generation ist. Deshalb wollen sie den Kindern nicht nur humanitäre Unterstützung geben, sondern auch Aufmerksamkeit, Kreativität und einen sicheren Raum für Gefühle und Entwicklung. Workshops, gemeinsame Treffen, kreative und sportliche Angebote werden für die Kinder zu Momenten von Freude und Schutz.
Trotz aller Herausforderungen — Gefahr, Stromabschaltungen, Müdigkeit — machen die Mitarbeiter weiter. Denn die Zukunft dieser Kinder entsteht jetzt. Jeder gute Moment, jede gemeinsame Arbeit, jedes von kleinen Händen geschaffene Werk ist ein Stück ihres inneren Friedens.
Als die Kinder nach Hause gingen, trugen die Jungen ihre Holzuntersetzer und die Mädchen ihre bunten Zeichnungen und Collagen. Auf ihren Gesichtern — ein Lächeln. In ihren Händen — die Früchte ihrer Kreativität. Und in ihren Herzen — ein kleines Gefühl des Sieges über die Umstände.
Und vielleicht entsteht große Hoffnung genau aus solchen kleinen Siegen.




