




Im Herzen von Saporischschja, in den gemütlichen und warmen Räumen des Reimer Centers, fand kürzlich ein besonderes Treffen statt, das zehn Männer zusammenbrachte, die den Menschen in dieser schwierigen Zeit dienen. Es waren Pastoren und geistliche Leiter, die direkt oder indirekt mit der Bewegung des Reimer Centers verbunden sind. Sie kamen nicht nur, um Erfahrungen auszutauschen oder Gedanken zu teilen – sie kamen, um einander zu unterstützen. Drei Jahre sind seit Beginn des umfassenden Krieges vergangen, und die Last des Dienstes, insbesondere des geistlichen, ist noch schwerer geworden. Alle leben in der Realität täglicher Herausforderungen – körperlich, emotional, geistlich. Dieses Treffen wurde zu einer Insel der Hoffnung und Brüderlichkeit im stürmischen Meer der Ereignisse.
Das Hauptthema, das alle Anwesenden vereinte, war die Einheit. Das war kein Zufall. Pastor Roman sprach als Erster tief und aufrichtig:
„Brüder, wir alle verstehen, dass jetzt eine Zeit der Prüfungen ist. Der Krieg zerstört Schicksale, trennt Familien, zerstört Pläne. In diesem Chaos ist es leicht, nicht nur die Kraft, sondern auch die Verbindung zueinander zu verlieren. Einheit entsteht nicht von selbst. Sie ist kein Geschenk, sondern das Ergebnis von Anstrengungen. Täglichen. Schmerzhaften. Bewussten. Wir müssen willentliche Anstrengungen unternehmen, um zusammenzubleiben. Natürlich neigen wir dazu, uns zu trennen, uns zu verschließen, unseren eigenen Schutz zu suchen. Aber Christus rief uns zum Gegenteil – zur Gemeinschaft.“
Diese Worte berührten das Herz eines jeden. Sie wurden nicht nur ausgesprochen, sondern erlebt. Roman sprach als jemand, der selbst Zerstreuung erlebt und sich wieder gesammelt hat, um anderen zu helfen.
Nach ihm ergriff Pastor Mykola das Wort. Seine Ansprache war nicht weniger aufrichtig und berührte ein wichtiges Thema – die Sanftheit in den Beziehungen zwischen Brüdern:
„Wisst ihr, Brüder, wir denken oft, dass ein echter Mann stark, unbeugsam, zurückhaltend ist. Aber ich bin überzeugt: wahre Stärke liegt in der Fähigkeit, sanft zu sein. Für uns Männer ist das schwer. Wir fürchten, schwach zu erscheinen. Aber die Bibel sagt, dass Liebe auch Sanftmut, Geduld, Weichheit ist. Ohne Sanftheit wird es keine wahre Einheit geben. Wir müssen lernen, gute Worte zu sprechen, eine Schulter zu bieten, die Schwäche des Bruders mit Liebe anzunehmen.“
Yuriy, der täglich unter den Bedürftigsten dient – Hunderte von Menschen mit warmen Mahlzeiten versorgt, darunter Obdachlose, Einsame, Verzweifelte – teilte seinen eigenen Schmerz und seine Beobachtung:
„Wir fragen uns oft, warum es schwer ist zu lieben. Es scheint, als wären wir unfähig. Aber ich habe erkannt – Stolz hindert uns. Er lässt uns nicht die Not des anderen sehen, erlaubt uns nicht zuzugeben, dass wir selbst Liebe brauchen. Jeden Tag sehe ich, wie eine einfache Mahlzeit und ein gutes Wort einen Menschen verändern können. Aber ich sehe auch, wie wir, die Diener, mit unserem eigenen ‚Ich‘ kämpfen. Wir müssen uns selbst brechen, um wirklich zu lieben.“
Seine Erfahrung verlieh dem Gespräch Tiefe. Jeder der Anwesenden konnte diese Worte mit seinem eigenen Leben, Dienst und Schwierigkeiten in Verbindung bringen.
Die Atmosphäre des Treffens war erfüllt von Liebe und Aufrichtigkeit. Nach dem Austausch von Gedanken und Erfahrungen beteten die Brüder gemeinsam. Ihre Stimmen vereinten sich in einem Lied, das sie sangen, als wäre es ihr Gebet.
„Herr, lehre uns, eins zu sein! Gib uns Sanftmut, wenn wir hart sein wollen, gib uns Liebe, wenn wir zur Isolation neigen!“
Nach dem Treffen gingen alle nicht nur mit neuen Ideen auseinander, sondern mit dem Gefühl, dass sie nicht allein sind. Dass Brüder in der Nähe sind, die bereit sind zu unterstützen, zuzuhören, zu beten. Es war nicht nur ein Treffen – es war ein Akt der Einheit in einer Zeit, in der jeder Tag die menschliche Ausdauer herausfordert.




