



Im frontnahen Saporischschja, wo Luftalarmsirenen zum Alltag geworden sind, versammelte sich im Reimer Center erneut der Kinderclub. Dieses Mal gingen etwa 30 Kinder nicht in den gewohnten Raum, sondern in den Keller. Wegen der Gefahr von Raketenangriffen und Shahed-Drohnen entschied das Team, das Treffen an einem sichereren Ort abzuhalten. Doch selbst die Betonwände konnten das Kinderlachen nicht zum Schweigen bringen.
Der Keller verwandelte sich in einen Ort der Freude. Bunte Luftballons, festliche Girlanden und lächelnde Freiwillige schufen eine Atmosphäre, als ob draußen keine Explosionen zu hören wären und die Welt freundlich und hell bliebe. An diesem Tag feierten die Kinder Geburtstage. Applaus erfüllte den Raum, zusammen mit herzlichen Umarmungen und warmen Worten. Für einige Kinder war es vielleicht der erste Geburtstag seit langer Zeit, an dem sie von so vielen Menschen und so viel Unterstützung umgeben waren.
Ein besonders bewegender Moment war das gemeinsame Singen. Als Kinder und Erwachsene zusammenstanden und die Lieblingslieder des Clubs sangen, schien sich der Keller mit Licht zu füllen. Es gibt bereits einige Lieder, die alle auswendig kennen und die bei jedem Treffen gesungen werden. Diese einfachen Worte über Hoffnung, Glauben und Gottes Gegenwart helfen Kindern und Erwachsenen, schwere Tage zu überstehen. Das gemeinsame Singen vereinte alle — die Kleinen und die Größeren, diejenigen, die zum ersten Mal kamen, und diejenigen, die jede Woche dabei sind. In diesen Momenten tritt die Angst zurück und die Herzen werden mit Frieden erfüllt.
Die Kinder bereiteten auch Kuchen zu, die sie selbst mit Creme verzierten und mit süßen Details schmückten. Sie arbeiteten sorgfältig in Teams. Es gab viel Lachen, etwas verschüttetes Mehl, klebrige Finger und viele glückliche Gesichter. Doch das Wichtigste war, dass sie lernten, einander zu unterstützen, sich über die Erfolge ihrer Freunde zu freuen und Wärme zu teilen.
Der Club endete mit einem gemeinsamen Gebet. Die Kinder beteten einfach und aufrichtig — für Frieden, für ihre Familien und für ihre Stadt. Sie lernen, an das Gute zu glauben, auch wenn die Welt um sie herum unruhig ist. In diesem Keller entstand nicht nur ein Treffen, sondern eine Gemeinschaft, in der Liebe stärker ist als Angst.
Trotz der angespannten Situation in Saporischschja geht das Leben weiter. Und solange Kinder gemeinsam singen und an der Hoffnung festhalten, wird das Licht in dieser Stadt nicht erlöschen.




