Ein Leben, das man nicht verschwenden sollte: Geschäft, Berufung und die Wahl der Zukunft

„A life is a terrible thing to waste“ — dieser Satz wurde zur Leitidee eines Seminars über die Grundlagen des Geschäfts, das im Reimer Center stattfand.

Heute ist dieses Thema besonders aktuell für Jugendliche und junge Menschen. In Zeiten von Krieg, Instabilität und Unsicherheit über die Zukunft stellen sich viele Fragen: Wer will ich sein? Wohin soll ich gehen? Wie finde ich meinen Weg und meinen Platz in dieser Welt? Einerseits übt die Realität Druck aus, andererseits gibt es den Wunsch zu leben, sich zu entwickeln, Erfolg zu haben und eine Zukunft aufzubauen. Genau deshalb sind solche Treffen nicht nur interessant, sondern wirklich wichtig.

Etwa 25 Jugendliche und junge Menschen nahmen am Seminar teil. Sie kamen mit vielen Fragen — über Geschäft, Leben und Zukunft. Schon zu Beginn war klar: Das wird keine gewöhnliche Vorlesung, sondern ein lebendiges Gespräch.

„Wenn wir an Geschäft denken, fällt uns zuerst Geld ein“, sagte Serhii, Leiter des Reimer Centers, zu Beginn. „Aber ich möchte, dass ihr heute tiefer darüber nachdenkt: Warum braucht ihr dieses Geld? Nur um es zu haben? Oder um die Welt zu verändern, Einfluss auf die Ukraine zu nehmen und anderen zu helfen?“

Diese Idee wurde vom Hauptredner des Seminars weitergeführt — Garry Verhoog, einem erfolgreichen kanadischen Unternehmer und Landwirt. Für ihn geht es im Geschäft nicht nur um Gewinn, sondern auch um Verantwortung und die Möglichkeit, anderen zu helfen. Für die Jugendlichen war das eine wichtige Erkenntnis: Erfolg bedeutet nicht nur, was man besitzt, sondern welchen Einfluss man hinterlässt. „Wenn Gott die Möglichkeit gibt, Geld zu verdienen, und es Menschen gibt, denen ich helfen kann — dann sollte ich das tun. Der Herr wird diese Arbeit segnen“, bestätigte Margarita.

Während des Treffens beteiligten sich die Jugendlichen aktiv am Gespräch. Sie stellten viele Fragen — über persönliche Erfahrungen, darüber, wie Geschäft wirklich funktioniert, ob harte Arbeit allein ausreicht und welche Fehler am Anfang am häufigsten passieren. Sie interessierten sich für Studienmöglichkeiten im Ausland, persönliche Entwicklung und reale Herausforderungen im Unternehmertum.

Die Atmosphäre wurde schnell offen und lebendig. Die Jugendlichen hörten nicht nur zu — sie erlebten das Thema. Wie eine Teilnehmerin, Oryna, sagte:
„Die Veranstaltung war großartig. Mich hat besonders der Gedanke angesprochen, dass Misserfolge kein Grund sind aufzugeben. Man sollte sich nicht auf eine Sache fixieren, sondern verschiedene Wege ausprobieren.“

Jede Pause wurde zu einem intensiven Austausch: Die Jugendlichen sprachen mit Garry, stellten weitere Fragen und vertieften die Gespräche. Für viele war es auch eine gute Gelegenheit, Englisch zu üben.

Besonders stark wirkte das Thema Ausdauer und der Preis des Erfolgs. Viola sagte:
„Mich hat beeindruckt, dass Garry sich das Ziel gesetzt hat, eine erfolgreiche Farm aufzubauen, und acht Jahre lang jeden Tag ohne Pause von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends gearbeitet hat. Das ist unglaublich schwierig, besonders mental… Sein Beispiel hat mich motiviert, nicht aufzugeben.“

Gleichzeitig sprachen die Teilnehmer ehrlich über ihre Erwartungen. Margarita betonte:
„Erfolg kommt nie schnell — es ist ein Prozess, der Jahre oder sogar Jahrzehnte dauert. Das ist sehr wichtig für junge Menschen, die auf Instagram ‘Erfolg’ sehen und sich selbst als ‘nicht gut genug’ empfinden.“
Eva fügte hinzu:
„Der größte Fehler ist zu denken, dass man schnell Ergebnisse bekommt. Alles braucht Zeit.“

Das war eine der zentralen Botschaften von Garry über die Realität des Unternehmertums:
„Wenn ihr erfolgreich sein wollt, wird das Geschäft viel Zeit in Anspruch nehmen. Besonders in den ersten 5–10 Jahren. Das kann bedeuten, von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends zu arbeiten, sieben Tage die Woche — ohne Feiertage oder Urlaub. Deshalb muss die Entscheidung bewusst und ernst getroffen werden.“

Diese Ehrlichkeit schreckte nicht ab — im Gegenteil, sie half, ein realistisches Bild zu sehen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Einige wurden noch motivierter, sich im Geschäft zu versuchen. Andere verstanden ehrlich, dass es vielleicht nicht ihr Weg ist — und auch das ist ein wichtiges Ergebnis. Für manche wurde dieses Treffen der erste Schritt zu einer bewussteren Entscheidung über ihre Zukunft.

Das Seminar ist vorbei, aber das Gespräch über die Zukunft hat gerade erst begonnen.

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