





Ostern ist ein Fest, das trotz des umfassenden Krieges und vieler schwieriger Umstände nicht an Wert verliert. Es ist ein Tag, an dem die Menschen offen für Gespräche über Gott, Erlösung und den Zweck von Jesu Kommen in diese Welt sind. Dies ist heute aktueller denn je, denn die Menschen sehnen sich verzweifelt nach Frieden, Ruhe und Hoffnung — einer Hoffnung, die nur in Gott und in der Zukunft, die wir in Ihm haben, zu finden ist.
Am Ostersonntagabend versammelte das Team des Reimer Zentrums etwa 40 Personen in einer gemütlichen, fast familiären Runde. Familiär — weil es Menschen waren, die bereits lange Beziehungen zum Zentrum pflegen: Kinder, die Englisch lernen, kamen mit ihren Eltern, Jugendliche, Verwandte von Soldaten, Besucher und Freiwillige. An diesem Abend gab es keine Aufteilung in Einheimische und Geflüchtete, Bedürftige und Helfende. Alle saßen gemeinsam an Tischen, unterhielten sich und gratulierten einander herzlich zum Fest.
„Für mich war es wichtig, an diesem Abend Aufmerksamkeit und Fürsorge denen zu schenken, die gekommen sind. Das Evangelium zu verkünden und die Bedeutung dieses besonderen Tages denen zu erklären, die es noch nicht kennen. Und gemeinsam mit denen zu feiern, für die Christus bereits der Erlöser ist“, teilte Olga, eine der Leiterinnen des Reimer Zentrums, mit.
Auch Pastor Oleksij von der AMBCU-Gemeinde „Neue Hoffnung“ war eingeladen. Er sprach darüber, warum Ostern ein Fest für uns ist. Der zentrale Gedanke seiner Predigt waren die Worte aus der Bibel: „Denn auch unser Passalamm ist geschlachtet worden: Christus.“ Seine Worte inspirierten und regten zum Nachdenken darüber an, wer Christus für jeden Einzelnen ist.
Zusätzlich konnten die Besucher in einem Quiz ihr Wissen über die Osterereignisse testen. Die Kinder, die den Kinderclub besuchen, beantworteten die Fragen spielend leicht, da sie die Ostergeschichte erst am Vortag gehört hatten – was sie sehr begeisterte. Für einige Eltern war es hingegen etwas schwieriger. „Als ich zur Schule ging, wurde uns Ostern anders beigebracht“, wunderte sich Ljudmyla darüber, wie sehr sich die Wahrheit von ihrem damaligen Wissen unterscheidet. Letztlich gingen erfahrene Frauen, die als Freiwillige im Zentrum dienen, als Siegerinnen aus dem Quiz hervor.
Besonders berührend war der Auftritt der Mädchen, die Gesang und Musikinstrumente lernen. Zusammen mit ihrem Leiter Serhij bereiteten sie einige Osterlieder vor, um die Erwachsenen zu erfreuen und eine besonders warme und fröhliche Atmosphäre zu schaffen. Am Ende erhielt jeder Besucher ein kleines Geschenk — Kekse nach einem alten walisischen Rezept, die die Jugendlichen des Zentrums selbst gebacken hatten. Für Mädchen wie Warwara und Sofia ist es besonders wertvoll, nicht nur am Fest teilzunehmen, sondern auch aktiv bei der Vorbereitung zu helfen und Seite an Seite mit Erwachsenen zu lernen, anderen zu dienen.
„Vielen Dank für das Fest. Wir fühlen uns bei euch immer wie zu Hause“, sagte Iryna, deren zwei Töchter Sofia und Stefania regelmäßig das Zentrum besuchen. Sie schätzt den positiven Einfluss, den die Leiter auf ihre Kinder haben, sehr.
Solche Begegnungen bestätigen, selbst in schweren Zeiten, dass wahre Hoffnung und Freude nicht von äußeren Umständen abhängen. Sie kommen mit Christus — demjenigen, der den Tod besiegt und Licht in die dunkelsten Momente des menschlichen Lebens gebracht hat.




