Biblischer Brain-Ring im Reimer Center

Diesmal herrschte im Reimer Center eine fröhliche und lebendige Atmosphäre. Schon in den ersten Minuten spürte jeder: Dieser Tag wird etwas Besonderes. Gemeinsam mit der Kirche „Licht des Lebens“ organisierten die Clubs „Zukunft“ einen biblischen Brain-Ring – ein Wissenswettbewerb, der den Höhepunkt monatelanger Vorbereitung bildete. Woche für Woche trafen sich die Jugendlichen, um die Apostelgeschichte zu studieren, schwierige Abschnitte zu besprechen, Gedanken auszutauschen und zu verstehen, was es bedeutet, im Glauben zu handeln. Nun war der Moment gekommen, ihr Wissen zu zeigen und gleichzeitig einfach Gemeinschaft, Wärme und Freude zu erleben.

Es war kein gewöhnliches Spiel. Jedes Team hatte seine eigene Geschichte, seine Traditionen, seinen Namen, ein Emblem und ein Motto. Manche kamen nach langen Schultagen müde, aber sie wollten kein Treffen verpassen, weil sie wussten: Hier lernt man mehr als nur Fakten. Über Monate hinweg lasen die Teilnehmer die Bibel, studierten biblische Karten, verfolgten die Reisen des Paulus, sprachen über die ersten Gemeinden und über die Wunder, die Gott durch seine Apostel tat.

Am Finaltag war der Saal des Reimer Centers von Lachen, Applaus und Vorfreude erfüllt. Der Moderator scherzte und motivierte die Teams, während auf der Leinwand Fragen erschienen – von leicht bis schwierig. „Wer war der erste Diakon?“ rief die Stimme, und mehrere Hände schossen in die Höhe. „Wo begegnete Paulus der Lydia?“ und der Raum wurde still, voller Konzentration. Manche flüsterten eifrig, andere lachten nervös. Doch alle waren dabei – es war kein Wettstreit von Gegnern, sondern ein fröhliches Treffen von Freunden mit einem gemeinsamen Ziel.

Das Wichtigste war jedoch nicht das Spiel selbst, sondern der Weg dorthin. In diesen Monaten lernten die Jugendlichen, die Apostel als echte Menschen zu sehen, Menschen mit Mut und Glauben. Sie sahen, wie Paulus und Petrus treu handelten, selbst in Gefahr. Wie sie predigten, als andere schwiegen, und weitermachten, wenn andere aufgaben. Diese Beispiele konnten niemanden unberührt lassen. Die Apostel wurden zu Vorbildern – nicht nur für die Vergangenheit, sondern für das Heute, für ihre Freunde, ihre Städte, ihr eigenes Leben.

Wie einst die Apostel Hindernisse überwanden, so leben auch heute Ukrainer in Prüfungen. Saporischschja – eine Stadt, die oft ohne Strom bleibt, weil die Energieanlagen zerstört sind – aber selbst in der Dunkelheit brennt hier das Feuer des Glaubens. Dieser Brain-Ring erinnerte daran, dass niemand allein ist. Wenn Sirenen ertönen und das Lächeln schwerfällt, dann wird die Gemeinschaft zur Stütze. Die Jugendlichen sahen: Glaube verschwindet nicht in der Dunkelheit – er leuchtet noch heller.

Nach dem Spiel umarmten sich die Teams – ein Gefühl tiefer Verbundenheit erfüllte den Raum. Die Leiter der Kirche und des Reimer Centers dankten den Jugendlichen für ihren Einsatz, ihre Ausdauer und Aufrichtigkeit. Lachen und Dankbarkeit erfüllten die Luft, und obwohl das Licht wieder flackerte, wollte niemand gehen. Man wollte bleiben, reden, teilen, lachen.

Einer der Mentoren, Serhij, sagte abschließend:
„Die Apostel handelten – und wir müssen es auch tun. Sie warteten nicht auf ideale Bedingungen. Sie brachten Licht in die Dunkelheit.“

Diese Worte wurden zum Motto des Tages – eine Erinnerung daran, dass Glaube ohne Werke tot ist und dass selbst kleine Taten die Welt verändern können.

So wurde der Brain-Ring „Zukunft“ mehr als nur ein Wettbewerb. Er hinterließ Spuren in vielen Herzen und zeigte, dass selbst im Krieg Dinge bestehen bleiben, die unzerstörbar sind – Glaube, Gemeinschaft und Lernbereitschaft. Im Reimer Center, wie vor zweitausend Jahren in Jerusalem, versammeln sich Menschen, die an den lebendigen Gott glauben und Licht weitertragen wollen. In solchen Momenten wird Hoffnung auf die Zukunft geboren.

Nach oben scrollen